Über Läuse
Gerade zu Kopflausbefall gibt es sehr viel Irrglauben und hartnäckige, oft unwahre Gerüchte. Wir möchten mit diesen Fragen und Antworten interessierte Personen über den tatsächlichen Wissensstand über Läuse informieren. Mehr Informationen zur Irrtümern, Mythen und Fakten über Kopfläuse und allgemeine Informationen über Kopfläuse und deren Bekämpfung finden Sie in der bei sam Pharma erhältlichen Hedrin® Lausfibel.
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Kurz gesagt: von einem menschlichen Kopf! Läuse springen weder von einem Baum/Möbel ins Haar, noch können Sie durch ein Haustier ü bertragen werden, noch können sie fliegen. Auch sitzen sie nicht in der Spielecke des Kindergartens und warten bis morgens die Kinder endlich kommen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im menschlichen Kopfhaar; und dies tun sie anscheinend schon lange. So hat man z.B. bei Ausgrabungen von Mumien aus dem alten Ägypten Läuse und Nissen in deren Haaren gefunden.
Hat Kopflausbefall etwas mit schmutzigem Haar oder einem mangelnder Hygiene zu tun?
Ganz und gar nicht. Kopfläuse kümmern sich nicht darum, ob Haar sauber oder schmutzig ist, und sie können nicht außerhalb ihres Lebensraumes, der menschlichen Kopfhaut überleben. Daher hat die Hygiene im Haushalt nichts mit einem Kopflausbefall zu tun. Auch tägliches Haare waschen schützt nicht vor Läusen!
Springen Läuse von Kopf zu Kopf?
Nein. Kopfläuse haben weder Sprungbeine, wie z.B. Flöhe, noch Flügel. Sie können weder springen, fliegen noch über Kleidung krabbeln.
Aber Läuse bewegen sich mit ihren sechs kräftigen Klammerbeinen sehr schnell und geschickt auf unserem Haar fort. Daher kann schon ein kurzer Kontakt der Haare ausreichen und schon sind sie von einem Kopf auf den nächsten gewandert.
Wie merke ich, dass jemand Kopfläuse hat?
Nur wenn man lebende erwachsene Läuse findet ist das ein sicheres Kriterium für Kopflausbefall. Das alleinige Auffinden von Nissen (= Eihüllen) ist hingegen kein sicherer Hinweis. Denn die Nissen können auch von einem längst überstandenen Kopflausbefall stammen (v.a. wenn sie nicht ganz nahe der Kopfhaut aufgefunden werden, mehr als 1 cm von dieser entfernt). Ob die Nissen bereits verlassen sind oder noch ein lebendiger Lausembryo sich darin befindet ist leider optisch nur schwer zu erkennen.
Wenn in der sozialen Umgebung (Kindergarten, Schule, Spielkameraden etc.) Lausbefall bekannt ist, dann sollten Sie keine Zeit verlieren und die Haare genau auf Läuse absuchen. Dasselbe gilt auch, wenn Ihr Kind öfters am Kopf kratzt, aber es muss nicht immer jucken, wenn man Läuse hat. Ein feiner Plastikkamm zum Aufspüren der Kopfläuse eignet sich am besten für die Untersuchung auf Lausbefall. Wie Sie dazu vorgehen, erfahren Sie in unsere Hedrin® Lausfibel.Läuse legen ihre Eier sehr nahe an die Kopfhaut und kleben diese an das Haar. Die Eihüllen werden Nissen genannt. Diese sind leichter zu entdecken als Läuse, aber kein eindeutiger Indikator für einen Lausbefall, weil die Laus schon vor längerer Zeit geschlüpft sein kann (= leere Nisse), bzw. töten gute Lausmittel nicht nur erwachsene Läuse, sondern auch die Lausembryonen in den Nissen (= tote Nissen). Tote Nissen können im Haar belassen werden oder aus kosmetischen Gründen durch Auskämmen mit einem Nissenkamm oder mit den Fingern aus dem Haar entfernt werden.
Was soll ich tun wenn ich lebende Läuse gefunden habe?
Keine Panik! Alle Familienmitglieder gründlich mit einem Lauskamm auf Befall untersuchen und behandeln sie alle Personen mit lebenden Kopfläusen. Informieren Sie die Schule/den Kindergarten und potentielle Kontaktpersonen (z.B. Spielkameraden). Nur durch Informationsweitergabe ohne unangebrachte Scham kann eine Ausbreitung erfolgreich vermieden werden. Vergessen Sie nicht, Läuse kann jeder haben, es hat gar nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.
Muss ich alles waschen, reinigen und desinfizieren?
Läuse werden durch engen Kopf zu Kopf Kontakt übertragen. Kopfläuse werden kaum woanders als am menschlichen Kopf - ihrem einzigen Lebensraum - gefunden. Müssen sie z.B. aus Altersschwäche oder durch starke elektrostatische Aufladung (wie z.B. beim Haarkämmen möglich) die feste Umklammerung des Haares aufgeben, können Sie in Kleidung, Mützen, Kopfhörern, Haarbürsten, Teppichen oder Möbeln nicht überleben. sie müssen daher weder alles reinigen, noch desinfizieren, noch Spielsachen einfrieren, noch ihre Haustiere behandeln. Konzentrieren Sie Ihre Energie bei der Lausabwehr auf den menschlichen Kopf, dem Lebensraum einer Kopflaus!
Kann man sich vor einem Lausbefall schützen?
Einen sicheren Schutz vor Läusen gibt es leider nicht. Einige Maßnahmen verringern jedoch das Ansteckungsrisiko. Machen Sie sich regelmäßige Kontrollen zur Gewohnheit! Achten Sie auf Lausbefall v.a. an den Lieblingsplätzen der Läuse, den Schläfen- und Nackenbereich. Regelmäßige Kontrollen sind der beste Schutz! Damit wird ein Befall früh entdeckt und eine Behandlung um ein Vielfaches erleichtert. Eine großflächige Verbreitung wird verhindert. Dies schützt alle Kinder, auch Ihr eigenes.
Gibt es eine Meldepflicht bei Kopflausbefall? Muss ein Kind vom Schulunterricht ausgeschlossen werden?
Ja, Kopflausbefall gehört zu den meldepflichtigen Krankheiten. Eine von Kopfläusen befallene Person darf so lange keine Schule (Kindergarten, Hort) besuchen, bis die Lausfreiheit bestätigt wird.
Bestätigungen über Lausfreiheit stellen aus:
niedergelassene ÄrztInnen,
Bezirksgesundheitsämter,
Desinfektionsanstalten
(z.B. Desinfektionsanstalten der Stadt Wien, 1030 Wien, Arsenalstraße 7/Eingang Hüttenbrennergasse Telefon 01 797 75/87880). Diese führen eine kostenpflichtige Behandlung durch.
Ein Kind muss nicht vom Schulunterricht oder Kindergarten ausgeschlossen werden. Nach einer erfolgreichen Lausbehandlung darf es wieder die Schule oder den Kindergarten besuchen (also am gleichen Tag oder am nächsten). Das Kind muss nicht bis zur empfohlenen 2. Behandlung zu Haus bleiben. Bitte vergessen Sie nicht eine Bestätigung über die Lausfreiheit mitzubringen.Warum ist eine 2. Behandlung mit einem Lausmittel nötig?
In der Regel empfehlen fast alle Lausmittel eine 2. Behandlung. Bei Insektiziden (= Nervengiften) ist der Grund dafür, dass die Lausembryonen die ersten Tage noch kein voll entwickeltes Nervensystem ausgebildet haben und daher diese Mittel während dieser Zeit wirkungslos sind. Eine 2. Behandlung ist auch bei einem physikalisch wirksamen Mittel empfehlenswert, weil z.B. einige Lausembryonen in den Eihüllen (Nissen) überleben könnten. Nach 7 Tagen würde dann eine Larve aus den Eiern schlüpfen, die nach ca. 2 Wochen geschlechtsreif sein würde und somit eine neue Lausgeneration gründen könnte. Deshalb ist es wichtig die Behandlung nach 7 Tagen zu wiederholen, um sicherzustellen, dass alle Läuse, die nach der ersten Anwendung geschlüpft sind, abgetötet werden. Eine wiederkehrende Kontrolle auf Lausbefall in den nächsten Wochen ist empfehlenswert. Ein Lausmittel tötet die Läuse, kann jedoch eine Neuansteckung nicht verhindern. Mehr Informationen zu Kopfläusen erhalten Sie in unserer Lausfibel.